Die Ernährungsinitiative zielt darauf ab, den Selbstversorgungsgrad der Schweiz bei Lebensmitteln innerhalb von zehn Jahren auf mindestens 70 % zu steigern, während er derzeit nur bei etwa 50 % liegt. Um dieses Ziel zu erreichen, sieht sie vor, die Direktzahlungen auf den Anbau von Pflanzen für den menschlichen Verzehr umzulenken, die Tierhaltung stark zu reduzieren und die staatliche Einflussnahme auf die Lebensmittelproduktion und den -konsum zu verstärken.
Nach Ansicht der HIKF beschränkt sich diese Initiative nicht darauf, bestimmte landwirtschaftliche Praktiken zu fördern: Sie zielt darauf ab, die gesamte Schweizer Agrar- und Lebensmittelbranche innerhalb eines unrealistischen Zeitrahmens grundlegend umzugestalten. Ein solcher Wandel würde landwirtschaftliche Betriebe, die Lebensmittelindustrie, das Handwerk, den Handel und den Tourismus unmittelbar betreffen. Ein Kanton wie Freiburg, dessen Wirtschaft stark mit der Landwirtschaft und der Verarbeitung von Milch- und Fleischprodukten verbunden ist, wäre davon besonders betroffen.
Die HIKF lehnt diese Initiative ab, da sie eine ganze Wertschöpfungskette schwächen würde, die für die regionale und nationale Wirtschaft von entscheidender Bedeutung ist. Zudem würde das Ziel der Selbstversorgung einen erheblichen Anstieg der Lebensmittelpreise zur Folge haben und den Einkaufstourismus zum Nachteil des Schweizer Handels verstärken. Letztendlich würde dieses Vorhaben Haushalte, Unternehmen und Landwirte mit erheblichen Kosten belasten, ohne eine nachhaltige Verbesserung der Ernährungssicherheit zu gewährleisten.