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Zwischen teilweiser Erholung und Unsicherheiten - Eine kontrastreiche Bilanz der Freiburger Unternehmen

WIRTSCHAFT HIKF

Die Freiburger Unternehmen durchlebten ein turbulentes Jahr 2025. Trotzdem konnten sich gewisse Sektoren stabilisieren oder sogar verbessern. Das laufende Geschäftsjahr ist mit einem unvorhersehbaren internationalen Umfeld konfrontiert, verspricht aber für die Gesamtwirtschaft stabil bis leicht positiv auszufallen. Die US-Zölle, der starke Franken, Kriege und geopolitische Spannungen schüren ein Klima allgemeiner wirtschaftlicher Unsicherheit. Die Investitionen bleiben unter Druck. Die Beschäftigung dürfte stabil bleiben oder leicht zunehmen.

Diese Aussagen basieren auf der HIKF-Konjunkturumfrage vom Frühling 2026, die zwischen dem 23. Februar und dem 13. April 2026 bei den Mitgliedern der HIKF durchgeführt wurde. Insgesamt haben sich 484 Unternehmen, die zusammen über 22’000 Arbeitsplätze vertreten, an der Umfrage beteiligt.

2025: Stabilisierung und teilweise Erholung

Nimmt man alle Sektoren zusammen, betrug 2025 der Anteil der Unternehmen, die einen Umsatzrückgang erlitten haben, 23% (gegenüber 27% im Jahr 2024). 45% haben ihre Verkäufe gesteigert, 32% weisen unveränderte Umsätze aus. Ähnlich positiv sieht es bei der Rentabilität aus: Der Anteil der Unternehmen, die einen Gewinnrückgang verzeichneten, sank von 38% im Jahr 2024 auf 27%. Getrübt wird die Feststellung durch den Umstand, dass die Industrie und das Baugewerbe weiterhin mit Problemen konfrontiert sind: Der Anteil von Unternehmen mit rückläufiger Renta¬bilität ist mit 38% hoch. Der Geschäftsgang spiegelt dieses durchzogene Klima wider: 42% der Unternehmen bewerten ihn für das vergangene Jahr mit «gut bis sehr gut», 29% mit «schwierig bis sehr schwierig» und 29% mit «stabil».

Ausblick 2026

Die Aussichten für 2026 gehen zum jetzigen Zeitpunkt von einer vorsichtigen Verbesserung aus. Nimmt man alle Unternehmen zusammen, rechnen 46% mit einer Umsatzsteigerung, 17% mit einem Rückgang und 37% mit einer stabilen Entwicklung. Die Gewinnprognosen bestätigen diesen Trend: 42% erwarten einen Anstieg, 18% einen Rückgang und 40% gehen von stabilen Zahlen aus. Selbst bei den Unternehmen des sekundären Sektors rechnen nur 20% mit einem Rückgang. Im genannten Sektor äussern sich die Branchen der Maschinen-, Geräte- und Elektronik¬industrie am negativsten. Die Aussichten des Dienstleistungssektors decken sich annähernd mit jenen der Industrie.

In Bezug auf die Beschäftigung zeigt die Umfrage folgendes Bild: Der Anteil der Unternehmen, die beabsichtigen, die Belegschaft in diesem Jahr zu reduzieren, sinkt auf 9%. 2025 hatte noch jedes fünfte Unternehmen (19%) Personal abgebaut. Der Anteil der Unternehmen, die ihren Personalbestand vergrössern wollen, liegt jedoch bei 23%, was auf eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hindeutet. Im Vergleich zum Zeitraum 2022-2024, als dieser Anteil noch bei rund 30% lag, hat sich diese Entwicklung allerdings verlangsamt.

Investitionen: Die Unsicherheiten belasten weiterhin

Die Investitionen leiden unter der allgemeinen Unsicherheit und hinken hinterher: 22% der Unternehmen beabsichtigen, sie zu erhöhen (27% im Sekundärbereich) und 22% planen einen Abbau. Die fehlende Planungssicherheit in Verbindung mit Befürchtungen über steigende Ölpreise und Unterbrechungen der Lieferketten für Rohstoffe oder Komponenten tragen dazu bei, dass die Akteure der Privatwirtschaft die Investitionen unter das Niveau von vor 2020 drücken.

Finanzielle Situation und Gewährung von Krediten

In Bezug auf die Liquidität bleibt die finanzielle Situation der Unternehmen insgesamt unter Kontrolle, ist aber kontrastreich: 40% der Unternehmen bewerten sie als «gut bis ausgezeichnet», 37% als «zufriedenstellend» und 23% als «fragil bis kritisch», was den im Frühjahr 2025 erhobenen Werten entspricht. Kleine Unternehmen sind mit einer Rate von 27% in einer fragilen bis kritischen Situation anfälliger, verglichen mit 24% vor einem Jahr. In Bezug auf die Gewährung von Krediten vermelden nun 16% der Unternehmen Schwierigkeiten, verglichen mit 12% vor einem Jahr. In der Industrie und im Baugewerbe geben sogar 21% der Unternehmen an, dass sie auf Probleme stossen, verglichen mit 12% vor einem Jahr. Als wichtigste Ursachen für die Probleme werden die restriktive Politik der Banken (81%), eine als zu fragil erachtete finanzielle Situation (42%) und unzureichende Garantien (27%) angeführt.

In Bezug auf das Sorgenbarometer steht bei den Unternehmen die allgemeine wirtschaftliche Situation immer an erster Stelle, sie wird von 60% der Unternehmen genannt, gefolgt von Wettbewerbsproblemen (31%) und der Akquise von neuen Kunden (28%). Rekrutierungsprobleme liegen insgesamt an vierter Stelle (27%), sind aber immer noch die zweit-wichtigste Sorge von Unternehmen aus der Industrie und dem Baugewerbe.

Künstliche Intelligenz: Grosse Erwartungen

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) ist mittlerweile unter den Mitgliedern der HIKF weit verbreitet: Nur 10% der Unternehmen geben an, sie nicht einzusetzen, verglichen mit 72% im Frühling 2023. Ein strukturierter Rollout bildet jedoch immer noch die Ausnahme (10% der Fälle). KI wird mehrheitlich individuell (45% der Unternehmen) oder punktuell (35%) genutzt.

Während sich die öffentliche Debatte oft auf die Gefahren dieses technologischen Wandels konzentriert, bewerten ihn die Freiburger Wirtschaftsakteure positiv: 60% sehen ihn als Chance und 37% gleichzeitig als Chance und Risiko. Der Anteil der Unternehmen, die KI primär als Risiko einschätzen, liegt bei 3%. Die Anwendungen erstrecken sich haupt¬sächlich auf die Textgenerierung (87%), aber auch auf die Datenanalyse (43%) und die Automatisierung von Aufgaben (38%). Auch das Coding wird angesprochen. Als wichtigste Hindernisse für die Verwendung von KI werden Datensicher¬heit (50%), der Mangel an klar definierten Anwendungen – insbesondere in der Industrie – sowie fehlende interne Kompetenzen (34%) genannt. Rechtliche Aspekte und Kosten spielen ebenfalls eine – wenn auch geringfügige – Rolle.

Was die Erwartungen in Bezug auf KI betrifft, setzen die Unternehmen auf Produktivitätssteigerungen (76%), die Erweiterung der Kompetenzen des Personals (45%), aber auch auf die Möglichkeit, die Fixkosten und die Betriebskosten generell zu senken (ein Drittel nennt dieses Ziel). Eine Mehrheit der Unternehmen (59%) plant, die Nutzung in den kommenden Jahren zu intensivieren und entsprechende Investitionen zu tätigen. Im Durchschnitt dürfte der Betrag in den nächsten Jahren bei über 86’000 Franken pro Unternehmen liegen (durchschnittlich 100’000 Franken in der Industrie und 77'000 Franken im Dienstleistungsbereich). Je nach Grösse der Unternehmen sind erhebliche Unter¬schiede auszumachen: Das durchschnittliche Budget in Unternehmen mit weniger als 30 Mitarbeitenden beträgt 17’000 Franken, bei Unternehmen mit über 100 Mitarbeitenden sind es 266’000 Franken.